denkst

1135: Ich bin doch immer da, wenn du an mich denkst und du bist bei mir…

Ich bin doch immer da, wenn du an mich denkst und du bist bei mir…

Ja, ich bin da!
Und ich merke, dass du mich gerne noch da hättest so als Trost. Stimmts?

Na, aber das hatte eben seine Zeit, Kind.
Ich verstehe schon, dass du mich jetzt gerade gut gebrauchen könntest.
Ich war sowas wie deine Aus-Zeit, nicht?

Jetzt bist du aber meine Große und musst deinen Weg finden.

Es geht gar nicht darum, dass du deine Ziele und Wünsche erreichst.
Weißt du das?

Es geht darum, dass du lernst, zu sehen, was schon gut ist.

Das will ich dir unbedingt mit auf deinen Weg geben.

Glücklich sein, das soll die Zukunft bringen.
So denken die meisten Menschen.
Aber das Geheimnis ist: Glück findest du immer nur JETZT.
Aber das Glück zu sehen, das muss man üben, Kind.

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit Albert zu verbinden.

Seine Enkelin Angela bittet um diesen Kontakt.

Er kommt so still und zurückhaltend zu mir, dass ich ihn kaum bemerke.

Ein ganz leichter Hauch vom Duft einer Zigarre macht mich aufmerksam.

Ich sehe einen Ring um diese Zigarre, den zieht er ab und steckt ihn einen zierlichen Mädchenfinger auf…

“Nur an Feiertagen“ sagt er lächelnd…

Uta: Meinst du damit die Zigarre?

Albert: Heute ist ein Feiertag.

Uta: Ja? Was feierst du denn?

Albert lächelt: Na, das Leben: das Leben!

Uta: Dass es nicht aufhört?

Albert: Ja…

Albert trägt ganz unfeierlich ein Hemd mit kurzen Ärmeln.
Dazu eine graue, helle Hose, die er mit einem braunen Gürtel hält, graue Socken in braunen Sandalen…

Schick geht anders, denke ich…

Und er sieht mich erstaunt an und sagt: Wieso?

Uta: Ach nein, du siehst gut aus!

Albert: Na, mir geht es ja auch gut!

Hast du den Garten gesehen?

Uta: Hast du einen Garten, wo du bist?

Albert: Ich habe immer einen Garten, das lass ich mir nicht mehr verbieten!

Uta: Ja?

Noch ehe ich weiterreden kann, kommen Bilder: ein Bund Radieschen, die er von Erde befreit, ein bunter Strauß Dahlien…

Eine ruhige Freude ist, was er dabei empfindet…
Auch ein stiller Trotz, ein: Jetzt erst recht!

Uta: Warum „jetzt erst recht“? Wollte jemand das nicht?

Albert: Na, es gibt immer Menschen, die dir sagen wollen, was gut für dich ist und was nicht.

Mein Leben lang sollte ich gehorchen, immer gehorchen, aber damit ist Schluss! Ein für alle Mal!

Uta: Ja, damit ist Schluss, im Jenseits sagt dir so was keiner.

Albert: Ne…

Uta: Aber du hast einen anderen Grund, das jetzt zu sagen?

Albert: Ein Beispiel will ich sein, so muss es werden!

Der Mensch darf sich nicht reinreden lassen, was für ihn gut ist, das weiß doch nur er allein.

Uta: Ja, aber manchmal sind andere mächtiger…

Albert: Na ja, die! Solche! Ne, die meine ich doch nicht.

Uta: Sondern?

Albert: Na, zum Beispiel die Frau oder die Kinder…

Uta: Hm… ja, die können auch reinreden.

Albert: Na ja, sie meinen es gut, aber es ist nicht immer gut.

Uta: Hattest du solche Menschen um dich?

Albert lächelt und verändert das Umfeld.

Ich sitze jetzt an einem warmen, hellen Sommerabend draußen, mir gegenüber sitzt Albert und hebt lächelnd (er hat so ein verschmitztes Spitzbuben-Lächeln) ein Glas Bier und von weiter entfernt höre ich eine Frauenstimme rufen: Nicht so kalt! Das ist doch nicht gut!

Er hebt immer noch lächelnd den Zeigefinger…

Uta: So war das?

Albert: Ja… aber ich hatte Geduld und habe trotzdem gemacht, was gut war. Aber ich habe nicht gestritten, das mochte ich nicht.
Kein Streit, nein.

Uta: Weil sich der Aufwand nicht lohnt?

Albert: Ja genau. Wozu?

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, so ist das doch!

Uta: Albert, du bist ein wirklich netter Mann…

Albert: Ja? Manche haben auch gesagt, ich bin zu bequem…

Uta: Wenn andere dich kritisiert haben, dann…

Albert: Das konnte ich nicht leiden! (Das kommt energisch und durchaus etwas „bockig“.)
Ich bin kein Häschen…

Uta: Nein, sicher nicht.

Albert, sag mal: Darf ich dich bitten, dass ich darüber schreiben darf, wie ich deine Persönlichkeit empfinde?

(Er zuckt mit den Schultern, trinkt sein Bier und verdreht dabei wie im Scherz die Augen.)

Uta: Ist das ein Ja?

Albert: Ja, ja… mach, was du willst…

Es fällt gar nicht leicht, Albert zu beschreiben.

Es scheint einen „inneren Albert“ zu geben und einen „äußeren“.

Der Äußere scheint sehr brav zu sein, der Innere ist viel selbstbewusster, als es nach Außen den Eindruck macht.

Er weiß durchaus, was er will, hat seine ganz eigenen Ansichten, aber kämpft nicht darum.

Er will niemanden von seiner Meinung überzeugen durch tausend gute Argumente.
Er will einfach nur sein dürfen und tun dürfen, was er selbst für richtig hält und das tut er auch.

Sanfter Widerstand statt Kampf und Streit.

Er ist sanfter Natur, durch und durch: der geborene Diplomat.

Außer es geht ihn um sehr Wichtiges, dann kann er von einem bemerkenswerten Beharrungsvermögen sein.

Wenn er jemanden schätzte oder liebte, dann stand er dazu, ganz egal, was andere sagten.

Wenn er etwas für seine Pflicht hielt, zog er das durch, egal, wie schwierig es ihm wurde.

Man könnte meinen, dies sei dann in letzter Konsequenz ein sehr anstrengendes Leben gewesen.

Aber Albert wusste, sich seine „Aus-zeiten“ zu nehmen.
Er konnte sich ganz verlieren in Tätigkeiten, die er gern machte.

Dazu bekomme ich wieder und wieder ein Bild, das ich nicht exakt genug sehe, um es genau wiederzugeben.

Er steht in einem Wohnzimmer mit großer Schrankwand und wickelt einen Faden oder dünnen Draht auf etwas…
Ich weiß nicht genau, was er damit zeigen will: Geduld in feinen Dingen?

Hat er gern gewerkelt?

„Repariert“ kommt als Wort…

Dann sehe ich ihn auf einem Sofa sitzen, im Fernsehen wird ziemlich laut eine Sportveranstaltung übertragen.

Er schüttelt den Kopf, nimmt vom Sofatisch eine Zeitung und geht raus.

In der Hand hält er einen Stift, ich habe den Eindruck, dass er Kreuzworträtsel machen geht…

Es ist nicht der Sport selbst, der ihn nicht interessiert, aber den Lärm mag er nicht… wirklich gar nicht.

Gemäßigt, so erlebe ich ihn: kein Ungleichgewicht, keine Übertreibung in nichts…

An dieser Stelle stoppt er mich.

Albert: Doch, fleißig. Ich war immer fleißig und darauf bin auch stolz.

Aber dass ich vom Leben nicht viel gehabt habe, das stimmt doch gar nicht!

Ich hatte meine Familie, ich hatte es immer so gewollt, wie ich gelebt habe, mich konnte doch gar keiner zwingen!

Uta: Das Thema ist dir sehr wichtig?

Albert: Ja! Das geht.
Man kann auch glücklich sein, wenn alles, was man hat und erlebt, nichts weiter als Durchschnitt ist.

Heute wollen immer alle das ganz große und das ganz besondere Glück. Das finden sie natürlich nicht und dann sind sie unzufrieden.

Das ist doch verrückt!

Wenn einer halbwegs gesund seine Arbeit tun kann, wenn er sich im Leben über das Eine oder Andere freuen kann, dann ist das doch Glück!

Vielleicht muss man lernen, dankbar zu sein?
Ich weiß nicht?

Uta: Du warst ein dankbarer Mensch?

Albert: Ja, ja, das war ich, das bin ich noch!

Ich habe den Krieg erlebt!
Wie kann einer, der den Krieg erlebt hat, noch undankbar sein?!

Ich war noch ein halbes Kind und habe erlebt, was es heißt, wenn man in Lebensgefahr ist.

Wenn man nicht weiß, ob man sich abends noch mal schlafen legen wird oder morgens noch mal aufsteht.

Da fängst du an, dankbar zu sein dafür, dass die Sonne noch mal für dich aufgeht!
Das habe ich nie vergessen, wie schlimm das sein kann.

Und dabei auch noch so allein zu sein: Ne! DAS war schlimm.

Aber danach? Ach, das war alles Glück! Alles!

Uta: Was am meisten?

Albert: Das kann ich gar nicht so sagen.

Meine Kollegen, meine Frau, meine Familie, alles… einfach alles.

Uta: Du warst ein zufriedener Mensch?

Albert: Na ja!!! Ja!!!

Uta: Möchtest du mir Bilder zeigen?

Albert: Können wir machen.

Das Erste, das ich sehe, ist tatsächlich ein Kreuzworträtsel.

Das nächste Bild ist anscheinend eine Art Gemeinschaftsaktion.
Es wird tapeziert und irgendwie ist ihm das nichts: Der Kleister an den Händen, puh…

Aber dennoch ist es schön, weil es so ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl ist.
Jemand sagt: Einer für Alle, Alle für Einen.

Das nächste Bild ist das von einer Straße – fast würde ich sagen Autobahn – komischerweise ist die völlig leer…

Seltsames Gefühl, ich weiß nicht, ob das dazu gehört oder ein Wunsch ist, der ins Leere ging?

Nächstes Bild vor einem Mehrfamilienhaus: viele Fenster, eine Glashaustür mit Metallrahmen, viele Klingeln.

Er drückt auf eine Klingel und er ist voller Sorge, aber auch Freude, die Person zu treffen, die ihm gleich öffnen wird.

Es scheint um diese Gefühlsmischung zu gehen: Liebe / Sorge / Freude…

Ich glaube, da ging es um Sie, Angela, kann das sein?

Das Nächste, was ich sehe, ist ein Küchentisch mit Wachstuchdecke, ein Radio im Hintergrund.

Da singt einer, den mochte Alberts Frau sehr gerne, in dessen Namen kommt die Silbe „schön“ vor…

Keine Ahnung, was oder wer der war.

Auf dem Tisch liegt ein rotes Einkaufsnetz, da ist wirklich nicht viel drin…

Und die Frau, die auch im Raum ist, ist irgendwie mit den Nerven fertig…

Albert steht ganz ruhig auf, zieht irgendwo eine Schranktür auf und hält eine Packung Kaffee in der Hand.

Ich höre, wie er sagt: Jetzt machen wir uns eine schöne Tasse Kaffee.

Die Frau antwortet: Ne, ist doch für Weihnachten.

Er antwortet: Dann ist eben heute Weihnachten!

Jetzt zeigt er mir ein Schwimmbecken, die Sonne scheint und spiegelt sich im Wasser. Darin schwimmt ein kleines Mädchen, es pustet mehr, als das es atmet.

Aber er steht da in einer ziemlich scheußlichen Badehose und käseweißer Haut an Beinen (alles ist käseweiß, nur die Unterarme, die sind gebräunt).

Er fühlt sowohl Mitgefühl mit dem Kind als auch Ärger, am liebsten würde er das Kind sofort da rausholen, statt es dieser Anstrengung auszusetzen.

Jetzt sehe ich ein großes Gebäude. Da scheinen Büroräume zu sein, das Gelände geht dahinter weiter, nur das Bürogebäude hat diese Höhe.

Dahinter scheinen Fabrikationshallen zu sein…

Ein großes Eisentor: Ich sehe mich ein Fahrrad durch das Tor schieben.

Vor dem Eingang zum Bürogebäude steht ein mit Blumen geschmücktes Auto und einige Menschen drum herum, die heiter sind…

Irgendwas tut weh bei diesem Anblick, ich weiß aber nicht was.

Langsam lässt seine Kraft, mir Bilder zu geben, nach.

Dann ein ziemlich wirres Durcheinander: Kohlrouladen und der Duft dazu.

Eine standesamtliche Trauung: Ich bin hinten und sehe zu…
Ich wünsche Glück und Liebe in meinen Herzen, habe aber eher Sorge, ob das auch wirklich gut geht…

Ein grauer Himmel, Schnee fällt in nassen Flocken, ein Krankenwagen.

Ein Teddy: Dieser süße Teddybär kommt wieder und wieder vor während des ganzen Readings.

Ein einfacher, weißer Teller: Ausgelassener Speck und Pellkartoffeln.
Trotzdem das Gefühl: Das ist gut.

Eine Torte, die hat jemand für ihn gemacht, kein Konditor.

Geburtstag feiern und so dankbar dafür, wirklich tiefes Glück.
Albert spürt die Liebe, die dahintersteckt.

Weihnachtszeit, kalter Himmel, ein geschmückter Tannenbaum und doch ist es eine einsame, traurige Stimmung…

Ich sehe nur seine Füße, als würde ich aus weinenden Augen sehen.

Wehrmachtsstiefel?
Schritt für Schritt, Schritt für Schritt weiter.
Ein weiter Weg liegt hinter mir, vor mir Kirchtürme.

Nach Hause: Ich will nach Hause, koste es, was es will.

Ein Blick hoch zu einer hellen Decke, Deckenleuchte, vergittert, kaltes Licht… Ich habe einen sehr, sehr ausgetrockneten Mund.

Niemand ist da, der mir was gibt dagegen, ich bin traurig und müde…

Dann das gleiche Gefühl: Nach Hause, koste es, was es will…

Er zeigt, dass er darauf sehr, sehr helles Licht sah…

In dem Licht steht seine Mutter: Freude, nichts als reine Freude.

Ich bin sicher: Das ist sein Abschied vom Leben.

Albert: Ja…

Sag ihr, dass ich niemanden was nachtrage.

Ich war einfach müde vom Leben, nichts weiter, es war genug gelebt.
Ich wäre wahrscheinlich geblieben, wenn da wer gewesen wäre.

Aus Anstand hätte ich weiter geatmet.
Es war gut, dass ich so sehr nach Hause wollte, das mich keiner aufgehalten hat.
So ging es ganz gut.

Uta: Albert, ich danke dir sehr für deine Mitarbeit, darf ich dir jetzt die Fragen deiner Enkelin stellen?

Albert: Das machst du doch sowieso (lächelt).

Uta: Nicht, wenn du nicht willst.

Albert: Nein, ich habe doch gar nichts dagegen.

Angela fragt: Wie geht es dir nach so vielen Jahren im Jenseits?

Albert: Och, das ist jetzt aber `ne Frage…

Na, na, pass mal auf: Es gibt hier keine Jahre, keine Uhr, keinen Kalender. Verstehst du das jetzt, meine Kleine?

Verstehst du deinen Opilein?
Nee, kannst du nicht. Na ja, das kommt schon noch.

Ich bin glücklich, es ist alles gut gelaufen.
Mein Leben war gut für mich, wie es war, und ich denke, dass ich auch gut war. Doch ich glaube schon, da sind keine Rechnungen offengeblieben.

Was will der Mensch mehr? Mehr gibt es nicht.

Angela fragt: Wenn ich an dich denke, bist du dann auch mal hier?

Albert: Ja, ich bin doch immer da, wenn du an mich denkst und du bist bei mir…

Ja, ich bin da und ich merke, dass du mich gerne noch da hättest so als Trost, stimmts?

Na aber, das hatte eben seine Zeit, Kind.
Ich verstehe schon, dass du mich jetzt gerade gut gebrauchen könntest.
Ich war sowas wie deine Aus-Zeit, nicht?

Jetzt bist du aber meine Große und musst deinen Weg finden.

Es geht gar nicht darum, dass du deine Ziele und Wünsche erreichst, weißt du das?

Es geht darum, das du lernst, zu sehen, was schon gut ist.

Das will ich dir unbedingt mit auf deinen Weg geben.

Glücklich sein, das soll die Zukunft bringen, so denken die meisten Menschen. Aber das Geheimnis ist: Glück findest du immer nur JETZT.
Aber Glück zu sehen, das muss man üben, Kind.

Ich möchte dir das schon so lange sagen.

Das Unzufrieden sein, na, das konnten die Frauen bei uns…
Na, immer war irgendwas nicht richtig… aber versuch es, doch anders zu machen.

Guck mich an: Außen hätte doch keiner gesehen, dass ich ein glücklicher Mensch war, aber INNEN!!!

Da war ich das fast immer.

Alle Welt jammert über dies und über das, bringt das was? Na, nee!

Es ist da in der Familie so ein kleiner Teufel, der heißt Unzufriedenheit.

Den kriegt man weg aus seinen Leben, glaub mir, das geht.
Aber es gehört Mut dazu, viel Mut!

Weißte, was ich im Stillen gedacht habe, wenn ich mich anstecken sollte mit der Unzufriedenheit?

Dann habe ich gedacht: Ach, das, was ich jetzt habe, das ist vielleicht alles, was ich je kriegen kann, morgen kann es schon vorbei sein.

Das hat mir den Blick geöffnet für das, was ich wirklich gerade hatte.
Du kannst sagen: Das war nicht so dolle.
Aber ich sage dir: Doch das war es.

Eine Familie, Liebe, Interesse an mir, gutes Essen, schöne Wohnung, meine Ruhe… doch, das war viel, sehr viel. Gar nicht selbstverständlich.

So musste das machen, so wird es gut.
Du kannst immer auf die Steine gucken, die auf dem Weg liegen, aber du hast die Wahl!

Du kannst genauso gut auf die grünen Bäume am Rand sehen oder den hellen Himmel über dir.

Du hast immer die Wahl!

Du kannst dauernd darauf achten, wie die Steinchen im Weg deine Füße drücken.

Aber du kannst genauso gut darauf achten, wie die Sonne dich wärmt oder wie der Wind deine Haut streichelt…

Die wenigsten Menschen wissen das.

Ich habe es gelernt im Krieg!

Die Steine sind da und die drücken, na klar!
Aber die sind nicht alles, was zählt.

Fang was damit an: Das ist mein Erbe.

Meine Worte und meine Art, zu leben, das ist mein Erbe an dich.

Du meinst, ich war der Einzige, der es immer gut gemeint hat mit dir?

Die anderen auch. Aber ich habe nicht so viel verlangt.
Verstehst du?

Du verlangst viel von dir und vom Leben.
Da bist du wie die anderen.

Sei doch so zu dir, wie ich zu dir war.
Du warst mir immer lieb, sei dir doch auch mal lieb!

Angela fragt, warum sie dich nicht mehr riecht oder merkt, dass du da bist so wie damals?

Albert: Weil ich nicht durchkomme zu dir.
Wenn du so tief reingehst in die Unzufriedenheit, dann kann ich dich nicht retten.

Sich trösten lassen ist nicht, was du brauchst.
Du brauchst den anderen Blick aufs Leben… auf dein Leben.
Nicht ewig Steinchen zählen…

Weiter schreibt sie: In meinem Leben ist Stillstand, mir geht es nicht gut, was mache ich denn falsch?

Oder habe ich jemanden an mir, der mir nicht guttut?

Albert: Na, Kind, meinst du denn immer noch: Wer alles immer richtigmacht, der wird glücklich?

Ich sag dir mal was.
Wer morgens aufsteht und in seinem Herzen Dankbarkeit empfindet, auf den kommt auch ein guter Tag zu.

Wer morgens aufsteht und Angst hat, wieder mal nichts Vernünftiges hinzukriegen, auf den kommt ein Tag zu, an dem es genauso ist.

Keiner kann sein Leben ganz allein bestimmen!
Das ist gar nicht wahr, dass alles von einem selbst abhängt.

Aber du kannst üben, dein Leben zu sehen, wie ich meines sehe.

An dir klebt niemand, ach was!
Außer die schlechten Vorbilder auf der Frauenseite deiner Familie!

Nie zufrieden, nie gut genug: Sich selbst nicht und anderen nicht und das Leben sowieso nicht.

Die nächste Frage von Angela: Kannst du mir sagen, welcher Mann das letztes Jahr war, der bei dem Medium durchkam, ich kenne ihn nicht!

Albert: Ne, den kennst du nicht, ich kenne den auch nicht.

Der gehört zur Bevölkerung des Mediums!

Tja, es gibt welche, die lernen das so…
Das ist schade, aber wenigstens hast du was von mir und lässt dir nichts einreden.

Angela fragt: Weißt du das mit Mary? Kannst du mir darüber was sagen?

Albert: Jeder Mensch hat sein Maß an Kraft, der eine mehr, der andere weniger. Keiner soll über den anderen richten, keiner kennt das Maß des anderen.

Es ist schade für Mary.
Jetzt braucht sie noch mehr Kraft, um da heraus zu kommen.
Aber wir wollen nicht urteilen, lieber hoffen, dass sie es schafft, da raus zu kommen.

Uta: Danke, Albert, wir sind am Ende angekommen, gibt es noch etwas, das du Angela sagen möchtest?

Albert: Dass ich mich gefreut habe, dass sie mit mir reden will.
Ich wollte mit ihr reden und sie hat es gespürt.
Ich wünsche ihr, dass sie die Fähigkeit annimmt, Glück zu sehen.
Sie hat das von mir, sie kann es.

Ohne dass es einer gemerkt hat, war ich ein glücklicher Mann meistens.
Mach es nach, mein Mädchen, du schaffst das doch!

Uta: Danke, Albert, jetzt möchte ich mich von dir verabschieden.

Albert: Ja, dann geh ich jetzt, man will ja niemandem lästig werden (lächelt).

Machs mal gut!