Kontakte zu Engeln und Verstorbenen durch Uta Hierke-Sackmann

Seligkeit

Er meinte Seligkeit im Sinn von Erfüllt sein, selig trunken vor Lebendigkeit und Glück, dazu muss man leicht werden. Damit meinte er keinesfalls, ihr werdet nicht in das Jenseits kommen oder in den Himmel.

Es ist, wie es ist … es ist, wie es ist: ganz leicht im Jetzt sein, nicht fragen, was ist Morgen, Übermorgen und Überübermorgen und in hundert Jahren.

Jetzt ist es leicht und dann sei gewiss: Es wirkt die Ewigkeit ins Jetzt.
Da, wo es schwer ist, da wirkt die Materie.

Elia

Zu Gast ist Ingrid.

Deine nächste Frage, bitte.

I: Gibt es etwas, woran ich noch zu sehr festhalte in der Beziehung zu meinem Mann? Ich fühle nach wie vor ein Hin- und Hergerissen sein zwischen dem Bedürfnis nach dem eigenen Leben, nach einer intakteren Beziehung, auch nach der Lust der Weiblichkeit – genau, was du eben sagtest – und auf der anderen Seite dem nicht trennen wollen oder nicht trennen können.

E. Vor langer Zeit sagte ich einmal einer Dame: „Du musst die Maus loslassen, um den Elefanten greifen zu können.“

Frag diese Dame, sie wird es dir erklären.
Ich muss mich ein wenig zurückziehen, denn mein Fahrzeug stolpert.

E. Wir fahren fort. Deine nächste Frage, bitte.

I. Lieber Elia, ich würde gerne einen bewussteren Umgang mit einer Sache in mir finden, die ich feststelle. Und zwar: Ich sehe zwei sehr starke Tendenzen in mir. Auf der einen Seite eine sehr starke Sehnsucht nach Liebe, teilweise schon fast Fixierung und Intensität, gepaart mit Verlustangst.

Auf der anderen Seite ein starker, oft plötzlicher Wunsch nach Freiraum, Nicht-Verbindlichkeit, Distanz, gepaart mit einer Angst vor Vereinnahmung oder Grenzüberschreitung. Was mich interessieren würde, um es besser zu verstehen: Wo liegen die Ursachen für diese zwei extremen Anteile in mir?

E. Nein, lass mich eine Gegenfrage stellen: Wie kommst du auf die Idee, dass diese Gegenteile als Gegenteile unnütz sind? Könnte es nicht sein, dass beides an sich gut ist? Ganz neutral betrachtet:

Könnte es nicht sein, dass das Streben nach Identität und Eigenständigkeit sogar die Voraussetzung für Liebe ist? Kann lieben, wer abhängig ist?

Ich möchte dich mit dieser Denksportaufgabe alleine lassen. Ich weiß, du bist klug. Beides, das Streben danach, sich fallen zu lassen, im Du aufzulösen, ist eine elementare Strebung jeder Seele über den Tod hinaus. Und die Strebung nach Individualität und Eigenständigkeit ist dies auch.

So sehr, wie du es empfindest allerdings, empfinden es viele Menschen nicht mehr. Sie haben diese Empfindung gedämpft, nicht wenige sogar völlig von sich abgespalten.

Es ist ihnen keine Strebung mehr, keine, die ihnen bewusst ist, aber beide Strebungen gehören zutiefst zur humanoiden Seins-Weise.

Hier, jenseits, leben wir beständig beide. Wenn ich mich Uta widme, gebe ich mich ihr ganz hin und sie sich mir, wir verschmelzen. Ich trage sie in mir und sie mich in sich. Das ist – wenn auch eine intellektuelle – aber doch eine Liebe.

Aber niemals würde ich je meine Individualität aufgeben oder dies von ihr verlangen.

Welche Seelen tun denn das, Ingrid? Welche Seelen verlangen die Aufgabe der Identität?

I. Macht strebende.

E. Ja. Natürlich. Wer hier im Jenseits ist, im Licht, der weiß, dass es um beides geht, beides gleichermaßen heilig ist. Was zu bedauern ist, das ist der Wahn, dass der Mensch sich zwischen beidem zu entscheiden hätte.

Weißt du, wie man einen kleinen Hund dazu bringt, dass er nicht zu weit fortläuft?

I. Dass man ihn freilässt.

E. Ein Hund, der selbst zurückkommt, wie kostbar der ist. Du siehst dieses Prinzip überall in der Natur.

Liebe ist eine freiwillige Angelegenheit.

Wenn man liebt – da gebe ich dir recht – wenn man liebt, dann kommt auch die Angst vor Verlust. Das lässt sich nicht vermeiden. Und je mehr man liebt, um so schrecklicher ist es, dieser Angst ins Antlitz zu schauen. Das ist der Preis.

Wir hier zahlen ihn nicht, aber solange ihr im Körper gebunden seid, zahlt ihr ihn.
Aber Liebe, die man so gering sein lässt, dass solche Angst nicht entsteht, ist keine Liebe, vielleicht Kameradschaft, aber Liebe nicht.

Und die Freiheit, das Unabhängigsein, was heißt das eigentlich? Das heißt doch nur eines: Frei selbst entscheiden, woran und wie lange und wie sehr ich mich binden will.

Frei sein, weil es keine Bindung gibt, ist nicht Freiheit, sondern Einsamkeit.

Dabei spreche ich nicht nur von Liebesbeziehungen!
Ich kann mich auch an ein Werk binden, eine Idee, ein Vorhaben, eine Fiktion, ein Traum. Ich kann mich auch an eine Religion binden oder eine Philosophie oder an mein Land.

Aber dies frei entscheiden zu dürfen, womit ich mich verbinde, das ist wahre Freiheit.

Ein Mangel an Bindungen, ein sich nicht einlassen auf nichts und niemanden, das ist nicht Freiheit. Das ist – im seelischen Sinn gesprochen – eine Krankheit der Seele.

Ich möchte dir sagen: Du bist nicht krank in deinen Strebungen, sondern mächtig im Empfinden dieser Strebung, die jede Seele bewegen sollte. Denn beide … beide Strebungen dienen dazu, dass ihr euch weiterentwickelt, aber auch die Menschen oder die Dinge, die ihr liebt. Beides ist wichtig. Darum macht es keinen Sinn, danach zu forschen.

Was Sinn macht, das ist zu überlegen, warum du mitunter beides verwechselst. Gerade dann – gerade dann, wenn das Fallenlassen möglich wäre – gerade dann kommt die Strebung nach Bindungslosigkeit. Im Grunde weißt du die Antwort längst.

Du hast Angst. Du hast Angst, den Preis nicht bezahlen zu können. Der Preis ist? Was meinst du?

I. Die Liebe aushalten zu können.

E. Oh, die kannst du ganz gewiss aushalten. Nein, nein!

Der Preis ist Unsicherheit!

Wenn du liebst, so wie du geschaffen bist, mit dem Potenzial, das du dafür besitzt, dann liebst du ganz. Und wenn dir das genommen wird, so fragst du dich: „Falle ich dann ganz ins Bodenlose? Wird es mich noch geben, wenn die Liebe geht?“

Dies allerdings ist eine karmische Last, du magst sie betrachten. Es mag sein, sie hilft dir. Aber zuerst musst du dir ganz gewiss sein, dass weder dein Streben nach großer Liebe noch dein Streben nach Individualität und Freiheit je aufgegeben werden soll.

Nicht du bist verdreht, sondern diejenigen, die diese Strebung nicht in sich spüren. Ja? Hast du mich verstanden?

I. Ja, das hat mir sehr geholfen.

E. Liebe Ingrid, gibt es noch eine Frage? Ich muss es jetzt begrenzen. Ich möchte Uta nicht noch weiter strapazieren.

I. Welche Verbindung haben der französische Journalist – der mir zugeführt wurde – und ich aus früheren Inkarnationen?

E. Du führst mich in Versuchung, etwas über jemanden zu sagen, den du nicht gefragt hast, ob es erlaubt ist. Deshalb wirst du dich mit einer diplomatischen Antwort zufriedengeben müssen.

Schau es dir an, dann brauche ich dir nicht zu antworten. Deine Seele weiß es ja … deine Seele weiß es ja.

Immer wenn ihr jemanden trefft, mit dem es leicht ist, selbstverständlich, als würde eine Geschichte einfach fortgesetzt, als hätte jemand einfach nur zwischenzeitlich die Buchdeckel geschlossen und nun öffnet er sie wieder und liest weiter.

Wenn es so ist, dann fragt ihr immer jemanden vor euch, den ihr seit Urzeiten kennt.

keine Masken, keine Spiele, kein langsames Herantasten, überprüfen, nachforschen, in Zweifel ziehen. „Ah, da bist du also, kommen wir zur Sache.“

Und hinterher vielleicht, dann kommen die Zweifel und das Forschen und die Masken. Aber am Anfang war es leicht.

Die Leichtigkeit, Ingrid, als Hinweis auf die Ewigkeit, die im Jetzt wirkt. Dieser Leichtigkeit wirst du, so hoffe ich, noch oft begegnen.

Jesus sagte einmal: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, ihr werdet die Seligkeit nicht schauen.“

Damit meinte er keinesfalls, ihr werdet nicht in das Jenseits kommen oder in den Himmel. Sondern er meinte, Seligkeit im Sinn von Erfüllt sein, selig trunken vor Lebendigkeit und Glück, dazu muss man leicht werden.

Es ist, wie es ist … es ist, wie es ist: ganz leicht im Jetzt sein, nicht fragen, was ist Morgen, Übermorgen und Überübermorgen und in hundert Jahren.

Jetzt ist es leicht und dann sei gewiss: Es wirkt die Ewigkeit ins Jetzt.
Da, wo es schwer ist, da wirkt die Materie.

Wie nennt ihr das? Die Schwerkraft. Das gibt es auch im seelischen Sinn. Die Schwerkraft: Da, wo es schwer ist, da wird es schnell dunkel und kalt, da fehlt das Licht.

Es ist ganz leicht gewesen? Ja, wenn es leicht war, dann wirst du ihn kennen. Mehr darf ich nicht sagen.

Wir müssen nun zu einem Ende kommen. Sollten sich noch dringende Fragen ergeben, dann würde ich dir auch gerne am Sonntag noch weiter antworten. Wollen wir es so machen?
Es ist nämlich ganz leicht, mit der Zeit umzugehen.

Ihr Lieben, ich wünsche euch eine gelungene Arbeit. Ich wünsche euch Gottes Segen in diesen Tagen und ich wünsche euch ein bisschen Leichtigkeit.
Guten Abend.

Hajo & Ingrid. Guten Abend.

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