Unser neuer Standort

Empfangen hat seine Zeit, Halten hat seine Zeit, Loslassen hat seine Zeit. Frieden hat, wer das erkennt!


Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Marie zu verbinden. Marie bittet um diesen Kontakt.

Das Erste, was ich wahrnehme, ist ein Pferdewagen, also so eine Art Planwagen, Töpfe hängen außen, das Pferd ist abgespannt und steht unter einer großen Trauerweide am Rand eines Weihers … dort ist ein Steg, der ins Wasser führt.

Es ist sehr still hier, Libellen ziehen glitzernd über das Wasser, ich verfolge ihren Flug und plötzlich sehe ich, dass sich eine in allen Regenbogenfarben schillernde auf der Hand eines Mannes niederlässt.

Ein eher kleiner Mann, etwas Bauch, er hat langes Haar, das bis auf die Schultern fällt, weiß, genauso weiß wie sein Bart und seine Augenbrauen … warme, braune Augen, eine große Nase … aber insgesamt ein Gesicht so voller Güte, Weisheit und Milde, wie man es nur selten sieht.

Er winkt mich herbei, und wir beide bewundern das wunderschöne Tier auf seinem Handrücken.

G: Uta, hattest du vor diesen Tieren nicht früher einmal Angst?

U: oh ja, und wie! Ich dachte, die stechen!

G: Seit wann fürchtest du sie nicht mehr?

U: Seit ich selbst einen Teich habe und sie zu unseren täglichen Gästen geworden sind …

G: Ja, siehst du … der Schrecken verliert an Gewicht, sobald man ihn wirklich kennt … ja, ja (er lächelt).

Aber, was schwätze ich.

Komm, meine Liebe, wollen wir uns eine gesellige Zeit machen, schau, ich habe uns ein Plätzchen geschaffen, so schön wie ein Palast, und doch nichts weiter als Gottes weiser Ratschluss!

Fröhlich führt er mich ein Stück weiter von dem Weiher fort, hier stehen viele hohe Birken, das Licht fällt in Strahlen durch diesen hellen Wald, mitten darin eine kleine Wiese.

Moos auf dem Boden lässt jeden Schritt leicht erscheinen, hier hat er uns ein weißes Tischtuch ausgebreitet, darauf liegen in einer Schale Walderdbeeren und in einem Krug glitzert klares Wasser, in einer anderen Schale liegt ein Stück Bienenwabe, aus der dunkler Honig fließt …

U: oh, wie schön!

G: Gottes Gaben, meine Liebe, nichts als Gottesgaben, nichts davon von mir bezahlt, nicht erarbeitet, es fiel mir in die Hände (wieder lächelt er) …

Wir wollen uns setzen.

Ehe er sich setzt, hebt er seine Hände wie zum Gebet und beginnt einen seltsamen Gesang in Worten, deren Bedeutung ich nicht verstehe.

Dann setzt er sich fröhlich hin und teilt seine Gaben gerecht unter uns auf.

So, wie er das macht, erinnert er mich an eine Figur aus dem Musical Anatevka, ich glaube, in diesem Stück hieß der Hauptakteur Tevje, der Milchhändler …

Der Guide lacht, als er sieht, was ich schreibe:

G: Nein, nein, mein Name ist Baruch, aber in gewisser Weise hast du ganz recht, es gibt da Ähnlichkeiten.

Ach ja … Marie … du wunderst dich?

Bin ichs wirklich?

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