Elia: Die Seele prägt den Körper
Ja, es ist eine wundervolle Vollmondnacht und ich frage mich, warum ihr beide eure Abende mit einem so alten Menschen wie mir verbringt.
Wir wissen ja nicht, wie alt du bist.
Oh, Uta kennt mich, sie könnte mich beschreiben.
Echt?
Ja, sicher.
Na schau mal an.
Aber es wird ja gar kein Wert darauf gelegt, wie mein Äußeres ist, obwohl ich mir wirklich Mühe gegeben habe.
Ja?
Ja, in der Tat.
Ist das tatsächlich so? Ich hab mich immer gewundert, dass es eine Zeichnung von Seth gibt. Ich dachte, das wäre Fantasie.
Nein, hat dir Uta nie die Geschichte erzählt, die sie erlebt hat mit Seth? Das ist ja interessant.
Wir haben tatsächlich ein Aussehen.
Ich benutze dabei zwei verschiedene Modelle:
Das ist einmal der Josef und ich als Elia erscheine etwas abgewandelt.
Aber ich habe natürlich ein Aussehen.
Ich habe ja Inkarnationen gehabt.
Ja, gut, aber die Formen sind doch bei jeder Inkarnation anders, oder?
Hajo, entsinn dich, was ich dir diktiert habe:
Die Seele prägt den Körper.
Also habe ich jedes Mal so ausgesehen wie jetzt?
Du hattest immer Ähnlichkeit mit dir, natürlich.
Ich dachte, das liegt an den Eltern, wie man aussieht.
Ja, ja, das liegt an den Eltern, aber du gibst dem Fleisch dein Gepräge.
Und es ist so: Je älter du wirst, desto mehr Gepräge deiner Seele bekommt dein Fleisch.
Es ist so.
Also habe ich schon immer einen Bauch gehabt.
Das ist im Übrigen eine große Empfindlichkeit meines Freundes Seth, das kannst du dir von Uta erzählen lassen.
Ach ja?
Wir haben ein Aussehen, das ist so. Und warum sollten wir es auch nicht haben?
Ja, weil es vielleicht nicht notwendig ist. Wenn du einen Energielevel hast, brauchst du vielleicht kein Aussehen.
Ja, aber ich bin doch bei euch zu Besuch.
Du siehst aber dabei wie Uta aus.
Ja, aber ich gebe auch Uta ein Gepräge, das hast du ja schon bemerkt.
Mir ist es auch sehr angenehm, wenn ich mit Menschen kommuniziere, mich in menschlicher Form zu zeigen.
Denn sie können dieses Andocken, von dem ich sprach, nicht so nachvollziehen.
Da ist schon der optische Reiz, den ich über die Sehnerven setze- nicht über das Auge – schon sehr entscheidend.
Damit man dort nicht eine Fremdheit aufbaut, die völlig unnötig ist.
Ihr wollt ja sehen. Man kann tatsächlich sagen, ich habe ein Aussehen.
Wenn ich es auch in gewisser Weise frei wählen kann.
Aber ich kann es nicht insofern frei wählen, dass ich nicht erkennbar wäre, man könnte auch mich verfolgen.
Ich glaube, es sogar von mir, soweit ich informiert bin, noch ein Bildnis in Frankreich.
Aber genau weiß ich das auch nicht mehr.
Hast du dich mal malen lassen?
Natürlich. Selbstverständlich, das gehörte zu meinem Stand. Jeder ließ sich malen, der von stand war, das war wichtig in der Erbfolge.
Müssen wir dich mal im Louvre suchen?
Nein, da werdet ihr mich nicht finden.
Wenn, dann werdet ihr mich in einem Schloss in der Loire finden.
Gut, aber jetzt verabschiede ich mich.
Ich wünsche einen schönen Feierabend.
Ja, Uta kann dich ja mal zeichnen.
Ja, wenn sie will, aber ich glaube, sie mag eben nicht.
Gut, also dann.
Ich danke dir.
Utas Beschreibung von Elia:
Also, schwarze Haare und ziemlich dichte Augenbrauen, blasse Augen und eine lange, gerade Nase, breites Kinn.
