Uta Hierke-Sackmann
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Gebet_der_Heiligen

Ich spreche hier nicht von Heiligen im Sinne der katholischen Kirche, sondern im Sinne von: von Gott, für Gott ausgesandt. Heilig ist man allein nicht gut.
Seit Urzeiten, seit Urzeiten treffen sich Menschen, die von Gott für eine besondere Aufgabe beauftragt sind,
um miteinander in seinem Namen das Gebet der Heiligen zu beten.
Ein solches Gebet vermag viel.

Elia

Zu Gast sind Juliane und Harry.

Elia: guten Abend, meine geliebten Freunde.

Hajo: guten Abend, Elia.

E: Ich sage bewusst nicht, „liebe Freunde“.
Ich spreche über Liebe.
Liebe heißt zuallererst, die Vollkommenheit des anderen schauen.
Wo sie keiner sieht, wo sie keiner ahnt – wissen, sie ist da.
In dieser Weise „meine geliebten Freunde“, denn ich kenne eure Form der Vollkommenheit.
Damit überhöhe ich euch nicht, auch andere sind vollkommene Seelen.

Aber ich möchte damit deutlich machen, worum es geht an diesem Wochenende, wenn es euer Wille ist: Es ist die Annäherung an eure Form der Vollkommenheit. Dazu bedarf es Mut.
Denn es bedeutet nicht, dass ihr göttliche Vollkommenheit hättet – sondern eben jener vollkommene Teil Gottes in euch. Den gilt es zu erfahren mit aller Würde und Verantwortung, die damit zu tun hat.
Ich hoffe, dass ihr am Ende in aller Kraft der Liebe seid, befähigt, die Vollkommenheit auch in anderen Menschen zu schauen, selbst in jenen, die gänzlich anders sind.
Und nun bitte ich um eure erste Frage.

J: ja, ergänzend zu dem, was wir gerade besprochen haben mit Uta, was in letzter Zeit ja auch bis heute gerade immer wieder vorkommt. Wie kann ich das verhindern, dass ich – weil Uta das ja anscheinend auch doch immer wieder antrifft – Angriffsfläche eben dieser Menschen bin, die wir eben gerade so schätzen sollen, die einem aber nicht gut wollen. Wie verhindert man das?

E: Nicht, indem du zurück angreifst und verhinderst, sondern indem du eine andere innere Einstellung bekommst.
Ich möchte dabei auf ein uraltes Gleichnis aus der chinesischen Mythologie zurückgreifen. Es ist ein Zeichen. Es ist ein Symbol. Wie ein Hocker steht dort ein Gebilde, und das Zeichen bedeutet: Ein Berg steht auf einem See. Wenn ein Berg nur sehr schmal ist, sehr steil und sehr hoch, dann kann er auf dem See nicht ruhen. Wann kann ein Berg auf einem See ruhen?

J: wenn er den See überschwemmt.

E: ja, wenn er breitflächig wird. Nimm dir den See für all das, was destruktiv ist, was die gegenteilige Bewegung der Schöpfung wünscht.
Und ihr seid ein Berg. Wenn ihr nicht bereit seid, in eurem Innern zu akzeptieren, dass Teile eures Sees sich berühren, dass ihr selbst in eurem Selbst Anteile dieser destruktiven Kräfte schon einmal hattet, dann isoliert ihr euch von dem See, werdet schmal und hoch.
Wenn ihr euch aber bewusst darüber werdet, dass all die Dinge, die ihr nicht tut, nicht denkt, nicht fühlt, weil es eurer innersten Ethik widerspricht, nur deshalb im Widerspruch zu eurer Ethik sind, weil ihr negative Erfahrungen mit euch selbst gemacht habt, dann begreift ihr, dass dieses Destruktive nicht das völlig Böse ist. Sondern es ist etwas, das in seiner Entwicklung hinter eurem Anliegen ist.

So wie der See an seiner tiefsten Stelle am weitesten von dem Gipfel des Berges entfernt ist, so ist das Destruktive entfernt vom Gipfel eurer Ethik. Dennoch gehört beides zusammen, beides ist Landschaft. Und über die Jahrtausende, Jahrhunderte, ja, Millionen Jahre, da werden beide sich verbinden. Und der tiefste See und der höchste Berg kommen irgendwann zusammen.

Ich möchte dich ermutigen, diese destruktiven Gedankenmächte von Menschen, die in ihrer ethischen Wahrnehmung keine Möglichkeit haben, dich mit rechtem Maß zu messen, mit milder Nachsicht betrachtest statt mit Angst. Was dich letztlich quält, was dich krankmacht, das ist die Angst, meine Liebe, davor zu unterliegen.
Aber der Berg ist über dem See. Und es kann nicht der See auf den Berg fließen. Es ist unmöglich.

Juliane, sie mögen in dir Wirkung zeigen. Es mag sein, dass sie feine energetische Strukturen in dir verletzen, aber niemals von Dauer. Es ist nicht möglich, dass der See den Berg überwindet.

Versuche zu begreifen, dass sie wie die wildesten Tiere eines Zoos sind. Was brauchen solche Tiere. Was meinst du?

J: Gitter.

E: ja. Aber was noch?

J: dass ein anderer sie zähmt?

E: Nein, das ist nicht möglich.

J: Ich weiß es nicht.

E: Sie brauchen jemanden, der ihnen klare Strukturen gibt. Gitter ist richtig. Aber auch, dass überlegt wird: Was ist ihre beste Lebensweise? Aber auch, dass dafür gesorgt wird, dass sie bekommen, was sie brauchen.

J: Aber das ist doch nicht meine Aufgabe.

E: nein. Und deshalb komme ich jetzt zum letzten Aspekt, der reichlich, reichlich unbeachtet in eurer Zeit ist: das Gebet der Heiligen.
Ich spreche hier nicht von Heiligen im Sinne der katholischen Kirche, sondern im Sinne von: von Gott, für Gott ausgesandt.
Heilig ist man nicht alleine gut. Seit Urzeiten, seit Urzeiten treffen sich Menschen, die von Gott für eine besondere Aufgabe beauftragt sind, um miteinander in seinem Namen zu beten.

Ein solches Gebet vermag viel. Nehmen wir eine fiktive negative Persönlichkeit, die sich euch immer wieder gedanklich in Zorn und Hass und Selbstmitleid widmet. Gedanken sind Energien und selbstverständlich spürt ihr diese Energien. Und selbstverständlich reagiert auch der Körper von euch sensiblen Menschen darauf.
Was ist nun klug zu tun: zum einen sicherlich die Gitterstäbe: „Halt! Hier kommst du nicht rein. Das ist meins, mein Leben!“
Das ist ein mächtiger Gitterzaun. Aber das ändert nichts an der Emsigkeit der Destruktivität.

Was aber geschieht, wenn ihr euch im Gebet der Wohlfahrt dieser Seele widmet, was geschieht, wenn eure Gedanken zum Segen werden? Damit meine ich kein Lippenbekenntnis, keine Worte, die schön klingen. Sondern damit meine ich, dass ihr euch dann zusammensetzt und gemeinsam für diesen Menschen und seine grundlegenden Bedürfnisse betet.
Keine Waffe ist mächtiger. Nicht eine, ja?

J: Ist das: „Ich segne euch, jene, die mich fluchen”.

E: ja. Wenn die negativen Gedanken Energien sind, die im Materiellen wirken, wie wirken dann erst die positiven! Doch dazu gehört Mut, denn wir müssen die Wut auf diese Seele loslassen.
Wie kann ich dies tun, wenn gleichzeitig heiliger Zorn nötig sein kann? Der Zorn ist nur solange heilig, solange er der Tat gilt.
Er wird zutiefst unheilig, wenn er der Seele gilt, ja?

J: Das heißt, wenn ich von Leben zu Leben zu Leben immer wieder der gleichen Seele gegenüberstehe, die jedes Mal versucht hat, mir zu schaden, und die alte Wut in mir ist noch da auf diese vielen Dinge, dann ist dass das Problem, was immer wieder die Tür öffnet.

E: Ja, und deshalb erinnere ich dich jetzt noch einmal daran: Du musst ein breiter Berg werden, der den See überspannt und nicht herausragen wie eine Bergnadel.
Du musst dir begreiflich machen, dass all das mit diesem Menschen schwanger geht – Neid, Arroganz, Böswilligkeit – diese, die auch deine Seele, als sie auf ihrer Reise begonnen hat, auch in sich trug. Und dass sie auch lernen musste, wie unselig diese Art des Empfindens ist.

Du bist noch zu sehr im Selbstbewusstsein einer Schülerin. Lerne zu begreifen, dass deine Seele im Bewusstsein einer Lehrerin ist. Lerne zu verstehen, dass du nun andere lehrst, ihre Ethik zu vervollkommnen.
Habe bitte keine Angst vor diesen Menschen, sondern schau, wie viel sie noch wachsen müssen und wie schwer es sein kann, ja?

J: ja.

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